
Die Arbeit in den Medienhäusern stösst allenthalben an rechtliche Schranken. Im Rahmen der traditionellen Medienrechtstagung des Medieninstituts werden jedes Jahr im Mai aktuelle juristische Fälle präsentiert und kritisch diskutiert. Im Zentrum stehen dabei die Praxis in den Redaktionen und Werbeabteilungen sowie die Herausforderungen an Medienunternehmen. In der Tagung vom 4. Mai 2011 werden wiederum die brisanten Themen aufgegriffen. Schwerpunkte bilden:
Follow up der medienrechtlichen Themen: Ghadhafi-Fotos etc.
Im Rahmen der Medienrechtstagung werden aktuelle und laufende Konflikte thematisiert. Peter Studer geht dem weiteren Verlauf ausgewählter Geschichten nach: Wie ist die Publikation der Ghadhafi-Fotos im aktuellen Kontext zu sehen? Dürfen Reporter von öffentlichen Verhandlungen ausgeschlossen werden?
Radio- und Fernsehgesetzgebung in der digitalen Medienwelt
Haushaltsgebühren und Online-Werbung für die SRG SSR gehören zu den zentralen Themen, mit denen sich das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) beschäftigt. Carole Winistörfer präsentiert den aktuellen Stand der Arbeiten. Samuel Mumenthaler zeigt die Rechtsfragen im Zusammenhang mit politischer Werbung auf. Urs Saxer reflektiert die Praxis zu den Rundfunkkonzessionsverfahren und stellt die Frage, ob die SRG SSR rechtlich freie Bahn im Internet hat.
Alle Macht bei Google, Apple, Facebook und Co.?
Der eidgenössische Datenschutzbeauftragte Hanspeter Thür nimmt Google in die Pflicht: Der digitale Informationskonzern soll künftig sicherstellen, dass die Privatsphäre geschützt wird. Rolf Auf der Maur geht der Frage nach, wo für Medienanbieter ein Verhandlungsspielraum bei den digitalen Kommunikationsgiganten besteht. Nathalie Glaus zeigt die Nachschreibepflicht im Internet auf.
Ist ein neues Zeitalter der Schauprozesse angebrochen?
Wo hört das legitime Interesse für Gewaltverbrechen auf, wo sind die Grenzen, die Opfer ziehen können und ab wann wird eine Verhandlung zu einem Schauprozess? Hanspeter Uster beschäftigt sich mit diesen Fragen als Leiter Competence Center Forensik und Wirtschaftskriminalistik an der Hochschule Luzern.
Medienleaks und Informantenschutz
Während Wikileaks die globale Aufmerksamkeit auf sich zog, fanden in der Schweiz Schlüsselverfahren über Whistleblowers statt. Die Redaktoren Martin Stoll und Dominique Strebel entwickeln eine Plattform für investigativen Journalismus. Zusammen mit Simon Canonica orten sie die juristischen Fallstricke und zeigen Möglichkeiten ihrer Umgehung auf beim Öffentlichkeitsprinzip, dem Informantenschutz und bei Medienleaks.